Donnerstag, 22. September 2016

Klarstellung



Ergänzend zu meinem vor langer Zeit hier veröffentlichten Appell, möchte ich heute einige Worte zu diesem Text hinzufügen. Es ist nicht so, dass ich von diesem Text abrücke. Dennoch denke ich, dass es wichtig ist zu ergänzen, weshalb ich diesen Text geschrieben habe. Ich möchte aber zuerst bekräftigen, dass ich kein Anhänger des Patriarchats bin. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass ich ein Feminist bin. Im Gegensatz zu vielen Anhängern letzterer Strömung ist es nämlich nicht automatisch so, dass eine Person ein Gegner einer Orientierung ist, nur weil sie sich dessen nicht zugehörig fühlt. Es ist möglich, weder der einen, noch der anderen Seite zugehörig zu sein. 

Humanist zu sein bedeutet für mich eine Position eingenommen zu haben, bei der ich das gute für beide Seiten sehen kann. Es bedeutet auch das Respektieren aller Menschen. Etwas, dass weder Feminismus noch Patriarchat in der Lage sind zu vollbringen. Wenn ich alle Menschen respektiere bedeutet dies nicht nur Respekt für diese, sondern auch für mich selbst. Doch dies sehe ich weder beim Patriarchat noch im Feminismus vorhanden – so gern beide Strömungen dies auch beteuern mögen. Der einzig richtige Weg liegt im Humanismus. Denn ein Unrecht mit einem anderen zu ersetzen ist doch nichts als ein plumper Versuch, Rache an den Personen zu üben, welche sich vorher in einer vermeidlich gehobenen Position sahen.

Doch Rache hat mit Respekt überhaupt nichts zu tun. Es ist nur ein Mittel, um kurzfristig einen höheren Rang einzunehmen. Deshalb hat dies auch nichts mit einem Kampf für gleiche Rechte zu tun. Dieser kann nur unter dem Banner des Humanismus – dem Respekt für alle Menschen – erfolgen. Missbrauchen beide Strömungen dies, machen sie sich schuldig der Lüge. Denn es ist der Humanismus, welcher wahren Respekt aller Menschen untereinander verspricht.

Montag, 7. März 2016

Denk ich an Deutschland in der Nacht...



Treffender könnte man es im Moment nicht beschreiben, was in der Bundesrepublik vor sich geht. Angesichts der Schwierigkeiten der etablierten Parteien, mit der aktuellen Herausforderung der Refugees umgehen zu können, scheinen deshalb die Wähler_Innen* scharenweise den Rechtspopulisten hinterher zu laufen. Wohlwissend oder auch nicht, dass deren Versprechungen nicht einzuhalten sind, weil sie schlicht illusorisch oder verfassungsfeindlich sind.

Doch nun sollten die Großparteien endlich aufwachen. Denn den Wähler_Innen* bei der Kommunalwahl in Hessen scheinen diese Versprechungen zu gefallen. In vielen Orten und Kreisen erreichten die Rechtspopulisten auf Anhieb zweistellige Prozentwerte. Diese Ergebnisse zu Beschönigen und klein zu reden wäre ein noch fataleres Signal, dass dieser Partei welche die Republik um Jahre zurück werfen möchte, nur noch weiteren Zulauf bescheren würde. Es liegt deshalb an den großen Parteien endlich aufzuwachen und das Problem zu erkennen. Viel zu lange ist diese Partei als eine von Spinnern und Querulanten abgetan worden. Nicht, dass darin nicht ein Fünkchen Wahrheit wäre. Diese arrogante Haltung bezahlten die Median-Parteien nun bei den Kommunal- und Kreistagswahlen, bei denen die Rechtspopulisten ihnen Prozentpunkte abnahmen und teilweise sogar vor ihnen lagen. Es scheint, dieses Problem ist in den letzten Jahren einfach ignoriert oder nicht erkannt worden. Viele Wähler_Innen* scheinen auch deshalb vielleicht den großen Parteien einen Denkzettel verpassen zu wollen, weil sie mit dem derzeitigen Parteiensystem einfach nicht mehr klarkommen. Vielfach heißt es da, dass die Großen ja sowieso machen was sie wollen.

Einen ähnlichen Auf- aber auch Abstieg erlebte schon einmal eine rechtspopulistische Partei in Deutschland. Auch sie zog paradoxer Weise in das europäische Parlament ein, obwohl sie die europäische Idee und das Konzept ablehnte. Auch sie erlebte vor dem Hintergrund von Zuwanderung in den 1990er Jahren einen regen Zulauf. Auch damals brannten Asylheime. Einen Zusammenhang auszuschließen ist einfach nur ignorant. Die Rechten tanzen uns allen auf der Nase herum. Sie begehen Straftaten, sie haben Waffen. Sie verüben Anschläge in ganz Deutschland und kein Mensch kann sie in dieser Zeit zu fassen kriegen, obwohl  der Verfassungsschutz ermittelte. Die Gefahr kommt nicht von Links. Sie kommt von Rechts! 400 Nazis in Deutschland stehen unter Waffen. Nicht die Zahl ist hier die Bedrohung sondern die Tatsache an sich, dass es überhaupt so ist. In Freiburg wurde ein Nazi angeklagt. Aber nicht weil er jede Menge chemische Substanzen zum Bombenbau hatte, sondern weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hatte. Für die Anschlagspläne gäbe es keine hinreichenden Beweise. Wie viel hätte dieser Verbrecher denn noch bunkern müssen, damit er dafür in Sicherheitsverwahrung kommt? Und hätten seine Taten überhaupt verhindert werden können? Ich finde es äußerst erschreckend, wie blind die Behörden agieren und wie lax sie diese Vorgänge hinnehmen. Wer die Gefahr von Rechts jetzt noch abtut, wird vielleicht ein böses Erwachen erleben. Ich bin ernsthaft besorgt über die aktuelle Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Und vor allem in meinem Bundesland nach der gestrigen Kommunalwahl. Besonders da die Rechtspopulisten in meinem Kreis auf Anhieb fast 20% erreichten. Ein verheerendes Ergebnis. Anders kann es nicht bezeichnet werden. Es ist absolut empörend. Aber ich bleibe dabei, dass es der Weckruf für die großen Parteien ist, endlich aufzuwachen.

Insbesondere aber auch die Queer*_Community muss Einsatz gegen die Rechtspopulisten zeigen. Werden wir doch als Gedöns oder Gender-Gaga von diesen Verfassungsfeinden abgetan. Die Rechtspopulisten werfen insbesondere uns um Jahre der Entwicklung zurück. Kinderlose Frauen der Rechtspopulisten werfen uns vor, nicht der Ehe würdig zu sein, weil wir keine Kinder kriegen könnten. Hallo, geht’s noch?? Und die Leute wählen solche Menschen trotzdem, obwohl ihre Thesen abstrus sind und in voller Weise auf sie selbst zurück fallen?? Wie kann das sein?? Wird nur auf das gehört, was mensch wirklich hören will??  Werden die ganzen Fehler nicht gesehen?? Die größte Ungeheuerlichkeit ist aber die Zusammenarbeit der CDU und den Rechtspopulisten in Baden-Württemberg. Hauptsache es geht gegen den von grün-rot entwickelten Aufklärungsunterricht. So hat es den Anschein. Aus wahlkampftaktischen Gründen scheint der CDU hier jedes Mittel recht zu sein. Oder ist einfach nicht erkannt worden, was für Personen hinter den Demonstranten in Stuttgart stehen? Das wäre wirklich sehr blind und vor allem noch naiver. Es muss also schon eine gewisse Absicht dahinter stecken – das abfischen von Wählern am rechten Rand. Dass dies in einer Aktion der Zusammenarbeit gemacht wird, macht die Sache umso abstruser. Für uns als Queer*_Community ist sie aber umso mehr ein Alarmsignal. Die großen Parteien scheinen sich der Gefahr der Rechtspopulisten immer noch nicht gewahr. Diese Bedrohung für den Fortschritt der Gesellschaft darf nicht ignoriert werden. Sie muss erkannt und erstickt werden. Insbesondere an uns von der Queer*_Community liegt es nun, weitere Erfolge der Rechtspopulisten einzudämmen. Das einfachste Mittel dabei ist die Wahl und von der Stimme gebrauch zu machen. Ich möchte es noch einmal betonen: Die Gefahr in Deutschland kommt von Rechts! Rechte Kräfte wollen unser Land um Jahre zurück werfen. Der Fortschritt in Deutschland soll gebremst werden. Die Gesellschaft soll sich wieder verschließen. Queere Menschen wollen die Rechtspopulisten wieder in eine Subkultur drängen. Dort wo sie nicht gesehen werden. Wollen wir uns wirklich dem beugen? Wollen wir wirklich, dass die Worte „schwule Sau“ und „Schwuchtel“ weiterhin ohne jegliche Scham gebraucht werden dürfen? Wollen wir ernsthaft, dass die Verachtung von Menschen weil sie nicht heteronormativen Vorstellungen entsprechen, einfach so weiter gehen? Wollen wir ernsthaft, dass menschenverachtende Parolen und Ideologien einfach so ausgesprochen und vertreten werden dürfen? Und wer jetzt mit Artikel 5 des Grundgesetzes argumentiert, der vergisst dabei völlig Artikel 1. Richtig, es geht um die Menschwürde. Und es geht darum, dass Rechtspopulisten sich dafür aussprechen, diese mit Füßen zu treten – abgesehen natürlich von der eigenen. Aber das Grundgesetz sieht eine solche Klasseneinteilung nicht, wie sie von Rechtspopulisten gemacht sind. Auch aus jenem Grunde würde ich sie als verfassungsfeindlich bezeichnen.

Es liegt jetzt am Verfassungsschutz die Rechtspopulisten zu beobachten. Wer auf Refugees schießen will, schießt vielleicht auch gegen die Opposition. Wer gegen die Verfassung ist, ist gegen seine Mitbürger_Innen*.

Samstag, 13. Februar 2016

Treffen sich zwei Hater

Es ist ein Bild mit einer großen Symbolik. Der Papst trifft nach 1000 Jahren Eiszeit den Russischen Patriarchen. Viele die darüber berichten, stellen es als große Geste dar und scheinen es schlicht sensationell zu finden. Manche reden gar von einem Wunder. Doch andere Menschen wie ich fragen sich, warum das so lange gedauert hat. Ja richtig, warum dauerte es über 1000 Jahre?

Schließlich haben beide Seiten soviel gemeinsam. Sie beide stehen für undurchsichtige Schattenreiche und für offenen Hass gegen Menschen. Der eine äußert seine Verachtung in Form von Homophobie gerade heraus. Der andere tut dies hinter vorgehaltener Hand und heuchelt Verständnis. Was ist da also das kleinere Übel? Sind nicht beide auf ihre ganz eigene Weise verachtenswert? Ich möchte mich nicht mit diesen beiden Herren auf eine Stufe stellen und den gleichen, unmoralischen Hass verbreiten - sei es mit offenem Visier oder hinter der Fassade des Vatikans. Aber wie kann ich diese Menschen nicht verachten, wenn sie doch über die Mehrheit Botschaften von Heuchelei und Verachtung verstreuen? Es sind beides Patriarchen. Der Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche trägt dies sogar unmittelbar im Namen. Beide stehen für die Welt von gestern. Sie beide haben ein System hinter sich, das Menschen verfolgt, wenn sie sich nicht so verhalten, wie die Standards von gestern es verlangen. Der eine weiß seinen eigenen Hofstaat hinter sich, der andere ist sich gewiss, dass der Staatschef und seine Bande vor ihm den Kniefall üben; ihm die Füße küssen.

Beide sind also wirklich nicht so verschieden. Und das scheint auch Bergoglio so zu sehen wenn er sagt:
"Wir haben wie Brüder gesprochen, wir haben die gleiche Taufe und sind beide Bischöfe. Wir sprachen über unsere Kirchen und stimmen überein, dass der Weg zur Einheit dann entsteht, wenn man ihn beschreitet."

Dieser Weg in die Einheit ist gepflastert mit den verkrüppelten Seelen von Gläubigen, welche den beiden uneingeschränkt Glauben schenken mögen. Den Menschen, welche sich einreden lassen, dass ihre queere Identität falsch sei. Es mag genügend Menschen geben, welche dem gegenüber treten und sagen: "Der Papst ist nur ein alter Mann. Von dem lass ich mir nichts sagen!" Diese Einstellung mag richtig und gut sein, aber denkt bitte auch an die Personen, welche in ihrem Selbstvertrauen nicht so gefestigt sind. Welche unsicher sind, wer sie sind. Diese Menschen sind nur allzu leicht beeinflussbar. Das Ergebnis dessen dürfte hinreichend bekannt sein. Es beginnt mit einem Abschiedsbrief und endet mit dem Suizid. Ich finde es deswegen wichtig, ein Zeichen zu setzen. Hinter all diesen historischen Entwicklungen steht eine Bedrohung. Auf den ersten Blick mag es nur eine Zusammenkunft zweier Greise gewesen sein, aber es war die Verbündung zweier Herrscher über das Unrecht. Sie beide vertreten das ewig Gestrige. Den Hass im Gewand der Religion. Das Verbreiten von Unwahrheiten.

Einst war Bergoglio als Reformator gefeiert worden, welcher die Kirche voranbringen wird. Aber worum ging es wirklich? Doch nur darum, Menschen die dem Vatikan aus gutem Grund misstrauten, wieder in die Kirchenbänke zu bringen. Wofür jedes Mittel Recht zu sein scheint. Sogar diese Verbündung der alten Mächte, wie ich sie bereits im Manifest prognostizierte, bringt Publicity. Und wie ein altes Sprichwort sagt, ist ja bekanntlich jede Publicity gut - auf ihre Weise.Wenn ich ein Urteil über den Papst fällen müsste, dann wäre es vernichtend. Die Kirche sollte durch ihn liberaler und anständiger werden. Das waren die Erwartungen, als er seine Amtszeit begann. Aber er hat versagt! Die anfänglich geäußerten Verheißungen sind allesamt verpufft. Stattdessen ist der Papst dafür, Kinder auch mal schlagen zu dürfen. Er behauptet nichts gegen homosexuelle Menschen zu haben, wirft aber eiskalt noch am gleichen Tag des Coming Outs einen polnischen Priester raus. Die Fassade auf welche sich insbesondere die deutschen Medien der Privatwirtschaft stürzen scheint perfekt. Niemand hinterfragt sie mehr so richtig.
Doch wer genau hinschaut sieht die Lügen und die verdammte Heuchelei!

Dienstag, 9. Februar 2016

Gemeinsam weiter!

Heute möchte ich einmal auf eine Initiative aus der Schweiz aufmerksam machen, welche die dortige Community in Aufregung versetzt. die christliche Partei CVP möchte mit ihrer Initiative die Ehe exklusiv für Mann und Frau in der Verfassung festschreiben lassen. Dafür soll Ende des Monats eine Abstimmung stattfinden. Überraschenderweise sollen mehr als die Hälfte der Schweizer_Innen dafür sein.

Deswegen mache ich hier auch einmal auf die Gegner_Innen dieser menschenverachtenden Initiative aufmerksam. Auf http://www.gemeinsam-weiter.ch/ könnt ihr euch über die Gegeninitiative informieren.



Mittwoch, 23. Dezember 2015

Der Witz des Tages - oder doch nicht?



Für viele dürfte es eine echte Überraschung gewesen sein, dass der Karlspreis für europäische Einigung ausgerechnet an den Papst geht? Hat man in Aachen keinen anderen dafür gefunden? Verdient hätten ihn gewiss andere Personen. Beispielsweise die kommunalen Behörden und die vielen freiwilligen Helfer, welche seit Monaten unter gewaltigen Kraftanstrengungen damit beschäftigt sind, eine halbwegs menschenwürdige Unterkunft für die vor Krieg und Elend, sowie Unterdrückung geflohenen Refugees zu schaffen. Stattdessen wird ein Mann mit einem Preis ausgestattet, der außer leeren Worten und Symbolpolitik nichts zu dieser ganzen Sache beigetragen hat. Ist das gerecht? Hat dieser Mann dazu aufgerufen, dass alle Staaten Europas nun zusammenhalten sollen, um diese Anstrengung zu bewältigen?

Was hat es außerdem mit Einigung zu tun, wenn ein solcher Mann heuchelt, er habe nichts gegen homosexuelle Menschen, aber hinten herum Initiativen unterstützt, welche die Unterdrückung queerer Menschen forcieren? Das ist keine Einigung! Das ist feige Unterstützung für Blockierer und Spalter! Vor diesem Hintergrund ist die Bezeichnung als Stimme des Gewissens eine unglaubliche Frechheit! Im Sinne der katholischen Kirche und ihres vergifteten und falschen Janusgesichtes ist es aber ein roter Faden, der sich durch alles zieht. Wir lieben alle Menschen, aber jene die nicht wie wir sind, hassen wir. Aber nicht auf offene und ehrliche Weise, sondern hinten herum, damit unsere schöne, saubere Fassade nicht beschmutzt wird. Und wenn es ein Mensch aus den eigenen Reihen wagt das alles offen auszusprechen, wird er an die Luft gehängt. Alles ist so falsch!

Deshalb ist die Verleihung eines angesehenen Preises an den Vorsteher einer doppelzüngigen Organisation mit ihren heuchlerischen Ansichten und Absichten absolut fehl am Platz und eine Frechheit sondergleichen. Vielleicht wollten die Verleiher des Preises auch nur auf den Zug der Verblendeten aufspringen, welche immer noch im Papst einen Reformator der Kirche sehen. Wacht endlich auf. Das alles ist nur Show. Lasst euch nicht von diesem Blender einwickeln. Er hat eine eigene Bank mit einem großen Vermögen, aber statt Taten hat er laue Worte.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Da wird mir schlecht

Es war erst letztes Wochenende als in Polen die nationalkonservative Partei den Wahlsieg für sich beanspruchen konnte. Wochen zuvor wurde die FPÖ bei den Wahlen von Wien zweitstärkste Kraft. Und in Deutschland ist die AfD bei 6%. Es scheint als seien die Rechtspopulisten in Europa auf dem Vormarsch.

In Baden-Württemberg stehen im nächsten Jahr wieder Landtagswahlen an. Da scheint es ein adäquates Mittel zu sein, wenn versucht wird, die Wähler_Innen* noch von weiter Rechts her zu holen. Wohl in dem Wissen, dass die Partei mit ihrer eigenen Politik bei modern eingestellten Menschen niemenschen mehr hinter dem Ofen hervor lockt. Also ist es einfacher, schon die Leute von sich zu überzeugen, die das alles einfach so glauben und nicht großartig hinterfragen. Meist solche Menschen, die nichts anderes kennen, als dass was ihre Eltern ihnen schon bei gebracht haben. Weltbilder aus vergangener Zeit also.

Für diese Weltbilder steht auch die Demo für Alle. Es werden Thesen skandiert, welche aus alten Zeiten zu stammen scheinen. Es wird hier versucht, eine geistig, moralische Entwicklung der Gesellschaft im letzten Jahrhundert wieder rückgängig zu machen. Queere Menschen sollen sich doch bitte wieder in ihre Subkulturen zurückziehen. In dieses Horn pusten alle, wenn sie einen schwulen Mann öffentlich vorführen und diesen als vermeintlich geheilt bezeichnen. Wohl wissend, dass dies ein Irrtum ist. Alles was sie erreichen ist die Zerstörung eines Lebens und die seelische Verkrüpplung dieser Person. Aber das scheint es zu sein, was diese hasserfüllten Personen möchten: das Leben derer zerstören, die anders sind als sie selbst. Es geht nicht um Assimilieren oder um Konversion von Menschen, die mit ihrer sexuellen Identität nicht sicher sind, sondern letztlich um die Brechung des Willens zu Existenz. Dies gipfelt wie schon vielfach beobachtet im Suizid der betroffenen Menschen. Psychoterror. Es ist unsere Existenz, welche das Pack von der Demo für Alle nicht akzeptiert. Gerne verstecken sie dies hinter der Fassade, dass sie uns die Existenz in Subkulturen erlauben würden. Welch anmaßende Ungeheuerlichkeit! Es ist eine subversive Dreistigkeit, die in unserer Gesellschaft noch nicht wirklich deutlich geworden ist, welche jedoch unbedingt an das Licht der Öffentlichkeit muss!

Umso ungeheuerlicher ist das Verhalten der Christlichen Partei in Baden-Württemberg, welche sich durch ihr Verhalten mit solchen gemein macht, welche anderen Personen nach der Existenz trachten und ihnen das Existenzrecht absprechen. Und in einer solchen Gemeinmachung ist auch jedes noch so lächerliche Mittel recht und billig. Die Anfragen, warum die Staatsoper keine Menschenfeinde auf ihren Treppen duldete oder auch die Infragestellung eines Transparentes für die Vielfalt der demokratischen Gesellschaft in unserem Bundesstaat sind ein Zeugnis dafür, in welche dunkle Keller die CDU mittlerweile hinabsteigen muss um sich Wähler_Innen*stimmen zu sichern. Auch das Verhalten im Parlament ist mehr als beschämend. Es ist hier nur fraglich, wie der eine oder andere schwule Politiker in der CDU das noch aushält. Umgeben von Personen, welche die eigene Existenz und das Recht dazu anzweifeln. Alles unter dem Deckmantel des Schutzes der Familie. Jedoch sind es in Wirklichkeit elementare Dinge um die es hier geht. Um die Existenz queerer Persönlichkeiten und deren Identitäten. Es geht um den Menschen. Und wenn ein Mensch einen anderen in seiner Existenz anzweifelt, ist er schlicht ein Menschenfeind. Möchte sich die CDU wirklich mit solchen hasserfüllten Personen gemein machen, nur um dadurch ihre Wählerstimmen bei der Landtagswahl zu maximieren?